NSG - NaturSchutzGruppe Jettingen

Portulak

Gemüseportulak, Heilpflanze mit Unkraut-Charakter
Portulak (Portulaca oleracea) - nicht verwechseln mit Winter-Portulak (auch Postelein oder Tellerkraut genannt) - ist eine einjährige Pflanze aus Südostasien. Das robuste Kraut wird gekocht als Gemüse oder frisch als Salat gegessen. Die knackigen Blätter und Stängel schmecken erfrischend salzig. Die etwas stärker schmeckenden Knospen eignen sich als Kapernersatz. Trocknen ist kaum möglich, allenfalls Einlegen in Salz und Essig. Die Samen dienen gemahlen als Mehlbeimengung. So lästig Portulak als Gartenunkraut sein kann, so unglaublich vielseitig sind die Gesundheitswirkungen dieser Heilpflanze.
Alte Heilpflanze
Portulak wurde 800 v. Chr. in babylonischen Schriften als Heilpflanze als Bestandteil des Heilkräutergartens des babylonischen Königs erwähnt. Diuskurides beschrieb Portulak als Mittel gegen Kopfschmerzen, Sodbrennen, Magen- und Milzleiden, zudem als Augenheil-
mittel. Galen und Plinius fügten eine lange Liste weiterer Wirkungen hinzu, darunter Presssaft als Wurmmittel. Nördlich der Alpen wird Portulak erstmals bei Hildegard von Bingen erwähnt. Leonhart Fuchs beschreibt es als Augen-, Zahn-, Nieren-, Magen- und Kopfwehmittel. Culpeper stellte es in die Reihe der Fieber-. Husten- und Entzündungsmittel.
Moderne Arznei
Heute werden Portulak noch weitaus mehr Heilwirkungen zuerkannt: Linderung bei Rheuma, Kopfschmerzen, Nervenproblemen. Husten, Zahnfleischentzündung. Sodbrennen und Darmnleiden. Tee aus
Portulakblättern hilft bei Blasen- und Nierenleiden, Portulak reinigt zudem das Blut. Der außerordentlich hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (vor allem Omega-3 •Hepta-Linolsäure) wirkt als Arterienschutz (Vorbeugung gegen Herzinfarkt und Schlaganfall), erhöht aber auch die Serotoninproduktion im Gehirn; das Glückshormon hebt die Laune und dämpft Depressionen.
Einmal im Garten ausgesät (ab Mitte Mai), bleibt Portulak Dauergast, da Ameisen die unzähligen, winzig feinen Samen willig verschleppen. Portulak liebt sandigen, Stickstoffreichen Boden, viel Sonne und Wärme, er meidet Staunässe. Die 2 cm großen, fleischigen Blätter klappen nachts und bei Kälte zu. Ab Juli blüht der 20 cm hohe selbstfruchtbare Portulak,
Um aus Portulak als Topfpflanze viel Grünmasse zu gewinnen, schneidet man die Triebspitzen ab. Es bilden sich dann 2 Seitentriebe, die man wieder an der Spitze kappt, so dass die Pflanze richtig buschig wird. Im Garten erübrigt sich dieser Aufwand durch die Fülle an Pflanzen.Inhaltsstoffe in 100 g frischem Portulak
Energie kcal/kJ 27/113

Wasser g 90
Kohlenhydrate g 4,3
Eiweiß g 1,3
Fett g 0,4
Rohfaser g 2.5
Mineralstoffe g 1,4
Karotene mg 1,1
Vitamin C mg 22
Vitamin E mg 1
Vitamin B 1 mg 0,03
Vitamin B2 mg 0,1
Vitamin B 3 mg 0.5
Vitamin B 5 mg 0,3
Vitamin B6 mg 0,2
Kalium mg 390
Magnesium mg 150
Kalzium mg 95
Phosphor mg 35
Schwefel mg 48
Chlor mg 40
Natrium mg 2
Eisen mg 0,4
Mangan mg 0,3
Kupfer mg 0,1
Zink mg 0,3
Fluor mg 0,05
Jod mg 0,004
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