NSG - NaturSchutzGruppe Jettingen

Löwenzahn

Löwenzahn
J
e nach Witterung und Region zeigt er sich schon im März, aber spätestens der April beschert ihn in voller Pracht: den Frühlingsblüher mit den vielen Namen. Löwenzahn, Sonnenwirbel, Kuhblume und Milchwurz sind nur einige der über 500 Bezeichnungen. Der lateinische Name Taraxacum officinale stammt aus dem Arabischen und bedeutet bitteres Kraut. In jedem Fall ist es diese vielfach als Unkraut betrachtete Heil- und Nutzpflanze, die wie kaum eine andere die Kinder zum Spielen anregt.
Die auffällige Entwicklung von der Knospe bis zur Pusteblume, deren Samen schließlich vom Wind verweht werden, ließen den Löwenzahn zur Symbolblume für die Vergänglichkeit werden. Das Christentum sieht im Löwenzahn zugleich ein Sinnbild für die christliche Lehre und ihre Ausbreitung. Es rankt sich auch viel Mystisches um diese Pflanze. Wer sich beispielsweise mit ihr einreibt, dem erfüllt sich jeder Wunsch, Wurzel-Amulette sollten vor Augenleiden schützen. Goethe deutete die Spiraltendenz der aufgeschlitzten Stängel als einen Weg, dem tiefen Naturgeheimnis näher zu kommen.
Für Kinder ist diese Neigung der Stängel, sich einzuringeln, besonders interessant Die lustigsten Kringel entstehen, wenn man ein Stück des Stieles beidseitig einritzt und kurze Zeit ins Wasser legt. Aus halbierten Stängeln ringeln sich brillenähnliche Figuren. Es bedarf keiner besonderen Fingerfertigkeit, um Halsketten, Haarkrönchen und Armbänder zu flechten. Ketten entstehen, indem man mit 3 Blütenstängeln - die Blüten stets nach oben - zu flechten beginnt. Noch einfacher ist es, jeweils unter dem Blütenansatz in den Stängel eine Kerbe zu schlitzen und hier einen weiteren Blütenkopf mit Stängel hindurch zu stecken usw., bis die Kette lang genug ist.
Aus etwa 10cm langen Stängelstücken kann man Gliederketten fertigen: jeweils das dünne in das dickere Stielende stecken und den nächsten Stängel, ehe er geschlossen wird, durch den Ring flechten. Ring an Ring entsteht eine richtige Kette, die sich schließen lässt, in dem das letzte Ringchen an das erste gehängt wird.
Essbar und gesund
Junge Blätter eignen sich als Spinatgericht, auch Suppen, Salate oder Beigaben zu Quarkgerichten lassen sich daraus bereiten. Kinder begeistern sich aber eher für Blüten-Rezepte. In Form von Löwenzahnhonig können sie das Frühlingsgelb dauerhaft einfangen. Das Rezept ist kinderleicht, Erwachsenenhilfe ist aber nötig, da Siedetemperaturen erreicht werden müssen.
GESUNDES „ÄRGERNIS"
Im Garten ist der Löwenzahn ein Ärgernis, in der Frühjahrskur schätzt man seine entwässernde und verdauungsanregende Wirkung. Für den Tee macht man eine Abkochung aus der feingehackten Wurzel und dem kleingeschnittenen Kraut der Pflanze. Zwei Teelöffel Pflanzenteile mit einer Tasse Wasser übergießen, kurz aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Wird vor dem Essen getrunken, wegen der harntreibenden Wirkung aber nicht am späten Abend.
Löwenzahnhonig
200 Blüten werden in 1 l Wasser aufgekocht. 3 Minuten sieden lassen und den ganzen Topf 24 Stunden kalt stellen. Nun die Blüten absieben, die Flüssigkeit mit 800 g Zucker vermischen, aufkochen, langsam eindicken und heiß in Schraubgläser füllen.

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