NSG - NaturSchutzGruppe Jettingen

Leberblümchen

Von der Heilpflanze zum Sammlerstück - die erstaunliche Karriere des Leberblümchens
Es gibt ein paar Blumen, die erkennen selbst Menschen, die sich nur alle Jubeljahre in die Natur verirren: Gänseblümchen, Löwenzahn und wohl auch das Leberblümchen sind solch gute Bekannte. Die kleinen, blauen Blumen gehören zu den ersten Frühlingsboten. Bereits ab März recken sie in lichten Wäldern ihre Blüten in die Höhe. Im heimischen Garten kann Hepatica nobilis jetzt gepflanzt oder durch Teilung vermehrt werden.
Seinen Namen trägt das Leberblümchen wegen der Blattform, die entfernt an eine Leber erinnert. Aufgrund dieser Ähnlichkeit wurde die Blume in früheren Jahrhunderten als Heilmittel gegen Leberbeschwerden verabreicht. »Simila similibus curant« lautete der dahinter stehende Grundsatz - frei übersetzt: Was aussieht wie ein bestimmtes Körperteil, hilft auch gegen Erkrankungen dieses Körperteils.
Als Heilmittel ist das Leberblümchen heute kaum mehr gefragt. Ein kleiner Superstar ist es trotzdem. Auf speziellen Versteigerungen zahlen Liebhaber astronomische Preise, um an besonders seltene Sorten zu kommen. Insbesondere in Japan treibt der Kult um den
Frühlingsboten erstaunliche Blüten. Manche Exemplare wechseln dort zum Preis eines Kleinwagens den Besitzer. Ganz so überhitzt ist die Leberblümchenszene in Europa (noch) nicht Doch auch in Deutschland gibt es mittlerweile hoch spezialisierte Gärtnereien, die Raritäten wie die »Hepatica nobilis var. japonica, "Kuro Taiyo"« anbieten. Das weiß-grünliche Blümchen ist zum Stückpreis von 2 500 Euro zu haben, was der Züchter mit den dürren Worten begründet: »Sehr selten und daher etwas teuer.«
Leberblümchen sind etwas für Pflanzenfreunde, die das Detail lieben. Selbst die teuersten Sammlerstücke besitzen keine Fernwirkung. Doch wer genau hinsieht, taucht ein in eine Welt, in der sich nahezu unendlich viele Nuancen in Farbe und Form eröffnen. Die erstaunlichsten Exemplare stammen oft aus Asien, wo das Leberblümchen ebenso beheimatet ist wie in Europa und Nordamerika.
Für normalsterbliche Gartenfreunde bietet der Handel eine Reihe von bezahlbaren Sorten an, die ebenso ihre Reize haben. Leberblümchen gedeihen am besten in einer relativ schattigen, kühlen und feuchten Ecke. Ideal ist ein leicht ansteigendes Gelände unter Laubbäumen. Als Stadtbewohner brauchen sie humusreichen, durchlässigen und kalkarmen Boden. Besonders schön wirken die Blumen, wenn sie in größeren Gruppen gepflanzt werden.
Bitte denken Sie daran: Wild wachsende Leberblümchen sind geschützt und dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden.

NaturSchutzGruppe Jettingen e.V.