Kerbelrübe

KERBELRÜBE, Feinschmeckergemüse
Für Liebhaber ausgefallener Gemüsearten ist die Kerbelrübe (Chaerophyllum bulbosum) ein echtes Feinschmeckergemüse. Roh schmecken die Rüben knackig und leicht scharf, im gekochten Zustand werden sie mehlig und erinnern im Geschmack an die leicht süßlichen Esskastanien. Die Rübe enthält 28 % Kohlenhydrate, 3 % Eiweiß und nur 0,4% Fett.
Herkunft und Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Kerbelrübe erstreckt sich über Persien, Sibirien und Russland, wo auch noch heute die etwas größere, weniger edel schmeckende Sibirische Kerbelrübe (Chaerophyllum prescottii) angebaut wird. In Österreich, der Schweiz und in Deutschland war sie während des 16. und 17. Jahrhunderts eine Delikatesse, die lediglich an den Adelshöfen serviert wurde.
Anbau und Pflege
Die Kerbelrübe gehört zur Familie der Doldengewächse und ist zweijährig. Sie liebt feuchte, halbschattige Standorte. Da sie ein Frostkeimer ist, empfiehlt sich eine Aussaat im Herbst zwischen September und November. Die Keimfähigkeit des Samens ist extrem schlecht, deshalb sollte jährlich neues Saatgut verwendet werden. Aus demselben Grund wird entweder breitwürfig gesät und später auf 5 cm vereinzelt oder einfach ein wenig dichter in Reihen (Abstand 25 cm). Eine Aussaat im zeitigen Frühjahr (Anfang März) ist möglich, indem man in fein gesiebte Erde aussät, die mit Reisig abgedeckt wird. In Gegenden mit kaltem Frühjahr sollten die Pflanzen durch ein Vlies oder einen Folientunnel geschützt sein.
Ernte und Lagerung
Nach einer Vegetationszeit von 4 Monaten sind die 6 bis 10 cm langen und 3 cm dicken Rüben erntefähig. Man erntet, wenn die Blätter der Pflanzen zu welken beginnen - das ist meist schon im Juni der Fall. Der Ertrag liegt bei etwa 2 kg/m2.
Die geschmackliche Qualität der Rüben steigt mit zunehmender Lagerung, so dass es ratsam ist, sie nach der Ernte 6 bis 8 Wochen lang in einer mit feuchtem Sand gefüllten Kiste einzuschlagen und im kühlen Keller aufzubewahren. Sofern keine Gefahr einer Beschädigung durch Wühlmäuse besteht, kann man die Rüben auch bis in den Oktober hinein in der Erde belassen, blockiert dann aber die Beete sehr lang.
Saatgut-Bezugsquelle
Dreschflegel, Postfach 1213, 37202 Witzenhausen, Tel. 05542- 502744, dreschflegel @biologische-saaten.de
Literaturtipps
Wiederentdecktes Gemüse
- 95 Rezepte für Genießer, Elisabeth Scotto, 182 Seiten, 4,95 €, Christian-Verlag 2002, ISBN 3-88472-584-X . Von fast vergessenen Gemüsen, Krautern und Beeren, Buser/Koch, 176 Seiten, 22,80 €, Hädecke Verlag Weil der Stadt 2004, ISBN 3-7750-0429-7
Bekannte und vergessene Gemüse - Geschichte, Rezepte, Heilkunde, Storl/Pfyl, 324 Seiten, 9,95 €, Piper 2006, ISBN 3-492-24727-X

REZEPT
Kerbelrüben im Bierteig
250 g Kerbelrüben, 2 TL Salzwasser, 125 g Mehl,1/2 TL Salz, 125 ml Bier, 2 Eigelbe, 40 g Butter, 2 Eiweiße.
Öl für Friteuse/Pfanne,
Stängel und Blätter abschneiden. Rüben mit dem Kartoffelschäler schälen und Wurzelenden abschneiden. Kleine Rüben als Ganzes in Salzwasser gar kochen, größere der Länge nach halbieren. Gekochte Rüben auf ein Küchenkrepp legen. Für den Bierteig Mehl und Salz in eine Rührschüssel geben und 2 Eier in Eigelb und Eiweiß trennen. Bier mit Eigelb verrühren und 15 Minuten quellen lassen.
Die Butter schmelzen, etwas abkühlen lassen und unter den Bierteig rühren. Eiweiß steif schlagen und unter den Bierteig heben. Frittierfett in die Friteuse oder Pfanne geben und erhitzen (Friteuse auf 170 °C). Kerbelrüben einzeln durch den Bierteig ziehen und vorsichtig in die Pfanne oder Friteuse (ohne Korbeinsatz) legen, so dass die Rüben sich nicht berühren. Nach 5 Minuten mit einer Schaumkelle aus der Pfanne oder Friteuse heben, auf einem mit Küchenkrepp ausgelegten Teller abtropfen lassen und warm halten. Tipp: Zu Kerbelrüben im Bierteig passen Blattsalate oder man serviert sie mit einem Kräuterdip als kleinen Imbiss.


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