Steinriegel

Steinriegel

Der Lesesteinhaufen, wird vielerorts auch Steinriegel oder Steinrücken genannt.
Lesesteinhaufen entstanden bei der landwirtschaftlichen Arbeit an Rändern von Äckern, Wiesen und Wälder. Die durch das Pflügen an die Oberfläche "gewanderten" Steine wurden von den Bauern zusammengetragen (gelesen)und aufgeschichtet. Die Steine die in länglicher Form gesetzt wurden, ergaben den Lesesteinriegel. Sie wurden als Begrenzung der Flächen genutzt. Wurden keine weiteren Steine mehr aufgeschichtet, gewannen Sträucher und Gebüsche schnell die Oberhand. Sie schlossen sich zum neuen Lebensraum "Hecke" zusammen, ein neuer Biotopverbund entstand.
Das Landschaftsbild vieler Regionen wurde durch Lesesteinriegel geprägt.




Steinriegel zählen zu den Kleindenkmalen. Sie haben kulturhistorische und ökologische Bedeutung und werden heute vielfach geschützt.

Sie sind durch Flurbereinigung und Bebauung vielerorts verschwunden. Neue Steinriegel entstehen so gut wie nicht mehr, viel bestehende sind mit Gebüsch und Hecken überwuchert. Dies hat den Vorteil der Erhaltung ihrer nutzungshistorischen bedeutenden Reliefform, aber auch den Nachteil, dass die für Fauna und Flora wichtigen offenen, trochenwarmen und gehölzarmen Steinriegel verschwunden sind.

Seit 1992 genießen Steinriegel einen besonderen Schutz durch § 24a des Naturschutzgesetzes, was ihren Rückgang verlangsamen lässt.


Lebensraum fürů

Steinriegel bieten warme Lebensräume, sie sind extrem trocken, dadurch werden sie gerne von Pflanzen die es trocken und warm mögen besiedelt. Am Tag speichern die Steine die Sonnenwärme und geben sie in der Nacht wieder ab. Das lädt viele Insekten und Kriechtiere ein, den SteinriegeI als Jagd.- und Ruheplatz zu nützen. In ihren Hohlräumen und Nischen finden viele Pflanzen Schutz und bieten Unterschlupf für kleinere Tiere.

Tiere die den Steinriegel als dauerhaften Lebensraum bewohnen:
Wolfsspinnenarten, Winkelspinnen, Raubspinnen, Springspinnen
wo der Boden Lehmig und tonig ist, sind auch Erdhummeln, Ackerhummeln und Wildbienen (Brutplatz) möglich.

Tiere die den Steinriege mit sandiger Umgehung als Gäste nützen:
Zauneidechse, die nahe liegende, sandige Gebiete zur Eiablage nutzt.

Wechselwarme Reptilien, wie die Waldeidechse, Kreuzotter, Blindschleiche und Amphibien, die hier in der Sonne rasten und, Schutz vor Feinden in den Zwischenräumen der Steinriegel finden.
Das gilt insbesondere, wenn Biotope der Gewässer und Wälder in der Nähe sind.
Mauswiesel, Erdhummeln, Ackerhummeln, Wildbienen, Grabwespen und Holzwespen als Gäste benachbarter Hecken oder Tothozhaufen.
Ameisen nützen auch gerne die Sicherheit der Steinriegel. Käfer in allen Arten, Formen und Farben sind in unzähliger Zahl vorhanden.

Die, Pflanzenwelt ist vertreten durch:
eine Strauchschicht (Gehölze): Heidekraut, Rose, Himbeere, gemeine Hasel, Ohrweide, Schlehe, Wildapfel, Bergahorn: Zitterpappel, Eberesche, Grauweide

die Krautschicht kann aus:
Buschnelke, Türkenbund, Feuerlilie und verschieden Wildkräutern bestehen.


Unsere heimischen Tiere und Pflanzen




Unterjährige Arbeiten durch die NSG

Beseitigung von zu hohem Gras und Gestrüpp
Bei Bedarf und Möglichkeit neue Steinriegel anlegen.


Sigrid Nonnenmacher

Jugendleiterin
Jugendgruppe, Steinriegel

Bussardstr.42
07452- 790456 (abends: 75132)


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